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Amerikanische Fiktion: Satire über Klischees im Literaturbetrieb

Cord Jeffersons Komödie erzählt von einem Autor, der aus Wut ein Pseudonym erfindet – und plötzlich den Erfolg bekommt, den er nie wollte.

„Amerikanische Fiktion“ läuft am Samstag, 10. Oktober, um 23:05 Uhr auf One. Die Komödie aus dem Jahr 2023 verbindet eine pointierte Idee über den Literaturbetrieb mit einer Geschichte über Identität, Erwartungen und die Wirkung von Klischees.

Im Mittelpunkt steht Thelonious „Monk“ Ellison, gespielt von Jeffrey Wright. Verlage werfen ihm vor, seine Texte klängen „nicht schwarz genug“. Aus Ärger darüber schreibt Monk unter dem Namen Stagg R. Leigh einen bewusst reißerischen Roman in einfacher Sprache, der ein kriminelles Leben voller Stereotype ausstellt. Was als wütende Provokation beginnt, wird zum Verkaufserfolg.

Amerikanische Fiktion
Foto: TMDB

Wenn eine Erfindung ein Eigenleben bekommt

Der Erfolg des Buches bringt Monk in eine absurde Lage: Die Öffentlichkeit interessiert sich nicht nur für den Roman, sondern auch für den angeblichen Autor dahinter. Monk muss die Figur Stagg R. Leigh spielen, die als flüchtiger Krimineller wahrgenommen wird. Die Satire setzt genau dort an, wo Marktlogik, Zuschreibungen und der Wunsch nach Authentizität ineinandergreifen.

Regie führte Cord Jefferson, der auch am Drehbuch beteiligt war. Die Vorlage ist der Roman „Ausradiert“ von Percival Everett; Jeffersons adaptiertes Drehbuch gewann den Oscar. Neben Jeffrey Wright sind unter anderem Tracee Ellis Ross, John Ortiz, Erika Alexander, Leslie Uggams und Adam Brody zu sehen. Aus den weiteren Rollendaten gehen außerdem Sterling K. Brown als Clifford Ellison sowie Skyler Wright als Brittany hervor.

Amerikanische Fiktion
Foto: TMDB

Mit 117 Minuten Laufzeit bietet „Amerikanische Fiktion“ eine Komödie, die ihren Humor aus einer unbequemen Grundsituation gewinnt. Der Film interessiert sich weniger für schnelle Pointen als für die Frage, was passiert, wenn ein bewusst überzeichnetes Bild erfolgreicher ist als die ernst gemeinte künstlerische Arbeit dahinter.

Amerikanische Fiktion
Foto: TMDB