Das Schmuckstück: Retro-Komödie mit Catherine Deneuve
François Ozons Komödie erzählt von einer Frau, die aus der dekorativen Nebenrolle ausbricht. Catherine Deneuve führt ein starkes Ensemble durch einen farbenfrohen 70er-Jahre-Stoff.
Arte zeigt „Das Schmuckstück“ am Mittwoch, 21. Oktober, um 20:15 Uhr. Die französische Komödie von François Ozon stammt aus dem Jahr 2010, dauert 103 Minuten und trägt im Original den Titel „Potiche“.
Im Mittelpunkt steht Suzanne Pujol, gespielt von Catherine Deneuve. Für ihren Mann Robert Pujol, einen Regenschirmfabrikanten, ist sie vor allem eine elegante Erscheinung an seiner Seite. Als in der Fabrik ein Streik eskaliert und Robert von den Arbeitern festgehalten wird, gerät die vermeintlich festgefügte Ordnung ins Wanken. Der kommunistische Bürgermeister Maurice Babin, gespielt von Gérard Depardieu, drängt auf Zugeständnisse an die Gewerkschaft. Robert reagiert so heftig, dass er gesundheitlich ausfällt.

Vom Zierrat zur Chefin
Suzanne übernimmt daraufhin kurzerhand die Leitung des Unternehmens. Statt sich von den Erwartungen ihrer Umgebung einengen zu lassen, setzt sie auf einen anderen Ton im Betrieb und tritt dabei selbstbewusst auf. Unterstützung bekommt sie von ihrem Sohn Laurent, gespielt von Jérémie Renier. Tochter Joëlle, dargestellt von Judith Godrèche, sieht den Wandel skeptischer. Auch der genesende Robert, gespielt von Fabrice Luchini, muss feststellen, dass seine Frau nicht mehr bereit ist, in die alte Rolle zurückzukehren.
Ozon inszeniert die Geschichte als beschwingte Boulevardkomödie mit deutlich erkennbarem Retrolook. Die Ausstattung und der Blick auf die 70er-Jahre verbinden gesellschaftliche Beobachtung mit ironischer Leichtigkeit. Der Film nimmt Rollenbilder, Arbeitskonflikte und den Zeitgeist jener Epoche aufs Korn, ohne die Figuren nur vorzuführen.

Neben Deneuve, Depardieu und Luchini gehören Karin Viard als Nadège, Jérémie Renier als Laurent Pujol und Judith Godrèche als Joëlle zum Ensemble. Wer Ozons farbenfrohere Seite schätzt, findet hier eine Komödie, die sich stärker auf Tempo, Dialogwitz und visuelle Spielfreude stützt als auf kühle Distanz.
