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Die Armee schwuler Krieger: Thebens heilige Schar

Die Dokumentation beleuchtet eine antike Eliteeinheit aus 150 Männerpaaren und fragt nach dem Verhältnis von Liebe, Zusammenhalt und Krieg.

Die Dokumentation „Die Armee schwuler Krieger“ widmet sich der Heiligen Schar von Theben, einer außergewöhnlichen Militäreinheit der griechischen Antike. Sie bestand aus 300 Kriegern, also 150 Liebespaaren, und spielte im 4. Jahrhundert vor Christus eine wichtige Rolle in Auseinandersetzungen mit Sparta.

Zu sehen ist die Sendung am Donnerstag, 15. Oktober, um 18:45 Uhr auf ZDFinfo. Ein weiterer Termin ist am Donnerstag, 15. Oktober, um 19:30 Uhr ebenfalls auf ZDFinfo vorgesehen.

Liebe, Disziplin und militärischer Zusammenhalt

Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Thebens General Gorgidas nach den überlieferten Angaben ausschließlich schwule Paare für diese Truppe auswählte. Seine Annahme: Wer einander liebt, steht in der Schlacht entschlossener füreinander ein. Die Dokumentation ordnet dieses Konzept in die damalige Gesellschaft ein und fragt, welche Bedeutung männliche Homosexualität in der Antike hatte.

Die Heilige Schar existierte zwischen 378 und 338 vor Christus. In dieser Zeit behauptete sie sich über vier Jahrzehnte auf dem Schlachtfeld und war maßgeblich an militärischen Konflikten gegen die Spartaner beteiligt. Die starke emotionale Bindung der Männer und die Erfahrung der Berufssoldaten werden dabei als Faktoren ihres Erfolgs beschrieben. Selbst die als besonders mächtig geltenden Spartaner wurden von Theben besiegt, bis Alexander der Große in die Geschichte eingriff.

Auch die moderne Forschung spielt eine zentrale Rolle. 2019 wurden Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert entdeckt, zudem fand man das Skelett eines gefallenen Helden. Eine internationale Gruppe von Archäologen und Historikern untersucht anhand solcher Spuren das 4. Jahrhundert vor Christus neu.

So verbindet die ZDFinfo-Dokumentation Militärgeschichte, Archäologie und Sozialgeschichte. Sie zeigt, wie eine lange fast vergessene Einheit wieder in den Blick gerät und welche Fragen ihr Vermächtnis bis heute aufwirft.