EPGPlanet

Geheime Unterwelten der DDR: Atombunker und Schutzräume

Die ZDFinfo-Dokumentation führt in verborgene Bunkeranlagen und Schutzräume der ehemaligen DDR. Im Mittelpunkt stehen Relikte des Kalten Krieges in Brandenburg und Sachsen.

ZDFinfo zeigt „Geheime Unterwelten der DDR – Atombunker und Schutzräume“ am Mittwoch, 14. Oktober, um 20:15 Uhr. Die Dokumentation blickt auf unterirdische Anlagen, die während des Kalten Krieges für militärische und politische Ernstfälle vorgesehen waren.

Ausgangspunkt sind Orte, die lange abgeschirmt oder nur wenigen zugänglich waren. In Wäldern und Sperrgebieten Ostdeutschlands suchen Expertinnen, Experten und Historiker nach Spuren der früheren DDR-Sicherheitsarchitektur. Dazu gehören Anlagen der Sowjetarmee südlich von Berlin, Schutzräume für die Staatssicherheit und ein Atombunker, dessen genauer Standort weiterhin geheim bleibt.

Spuren unter der Erde

Ein Schwerpunkt liegt auf Wünsdorf in Brandenburg. Der Ort war einst Hauptquartier der sowjetischen Streitkräfte in der DDR; Teile sind bis heute abgesperrt. Zur früheren Sperrzone gehört der Bunker „Zeppelin“, ursprünglich ein Wehrmachtsbunker. Die sowjetische Armee nutzte Teile davon als Nachrichtenzentrale „Ranet“. Von dort wurden Befehle an die in der DDR stationierten sowjetischen Soldaten übermittelt und Meldungen nach Moskau weitergeleitet. Bunkerexpertin Sylvia Rademacher begleitet die Spurensuche in dieser unterirdischen Anlage.

An einem weiterhin geheim gehaltenen Ort sucht Geschichtsforscher Stefan Büttner nach Hinweisen auf mögliche frühere Lagerstätten nuklearer Sprengköpfe. Die Dokumentation greift damit die Frage auf, ob sowjetische Atomwaffen auf dem Gebiet der damaligen DDR gelagert wurden. Auch die DDR-Führung bereitete sich auf den Kriegsfall vor: In Biesenthal steht der sogenannte Mielke-Bunker, der dem Stasi-Chef als Führungsstelle dienen sollte. Hans-Jürgen Herget führt durch die zweigeschossige Anlage mit mehr als hundert Räumen.

Weitere Stationen zeigen, wie unterschiedlich Schutz und Krisenplanung ausfielen. Für die Familien der politischen DDR-Elite waren in Wandlitz einfache Schutzräume vorgesehen. In Machern bei Leipzig erklärt Jana Bleyl die Geschichte eines fast 4000 Quadratmeter großen Stasi-Bunkers, dessen Einrichtung sowie Nachrichten- und Abhörtechnik erhalten sind. So entsteht ein nüchterner Blick auf Bauwerke, die für den Ausnahmezustand geplant waren und heute als Relikte des Kalten Krieges erhalten sind.