Peter von Kant: François Ozons Drama bei Arte
François Ozon verlegt Fassbinders Stoff in die Welt eines exzentrischen Regisseurs. Im Zentrum stehen Begehren, Macht und ein junger Mann, der die Kräfteverhältnisse verschiebt.
Arte zeigt „Peter von Kant“ am Mittwoch, 21. Oktober, um 22:50 Uhr. Das Drama aus dem Jahr 2022 stammt von François Ozon, der auch das Drehbuch schrieb; die Laufzeit beträgt 85 Minuten.
Im Mittelpunkt steht Peter von Kant, ein erfolgreicher Regisseur, dessen Leben nach außen glänzend wirkt, innerlich aber von Abhängigkeiten und Launen geprägt ist. Sein Liebhaber Franz ist fort, zugleich meldet sich die Bavaria-Filmproduktion wieder bei ihm, und Romy Schneider erwägt, in seinem nächsten Projekt mitzuwirken. Peters Assistent Karl bleibt an seiner Seite, still, dienstbereit und den Ausbrüchen seines Chefs ausgeliefert.

Als Peters Freundin Sidonie eine zufällige Bekanntschaft mitbringt, gerät das eingespielte Machtgefüge ins Wanken. Der junge Amir fasziniert Peter sofort. Der Regisseur möchte ihn fördern, formen und zugleich für sich gewinnen. Doch aus der anfänglichen Überlegenheit Peters entsteht nach und nach ein anderes Verhältnis: Amir erkennt, welche Möglichkeiten ihm die Situation eröffnet, und nutzt sie für sich.
„Peter von Kant“ ist eine freie Neuverfilmung von Rainer Werner Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. 50 Jahre nach Fassbinders Verfilmung seines eigenen Stücks rückt Ozon die Konstellation näher an Fassbinder selbst heran: Aus der Modedesignerin des Originals wird hier ein Regisseur, dessen Künstlerpose, Begehren und Selbstbezogenheit eng miteinander verknüpft sind.

Zur Besetzung gehören Denis Ménochet als Peter von Kant, Isabelle Adjani als Sidonie, Khalil Ben Gharbia als Amir, Hanna Schygulla als Rosemarie und Stefan Crepon als Karl. Die Programminfo hebt hervor, dass Ozons Version deutlich mehr Humor einbringt als das Original, sich dadurch aber auch weniger direkt mit Egomanie und Selbstzerstörung auseinandersetzt.
