Rasse. Wahn. Verbrechen. – Die Geschichte des Rassismus
Die ZDFinfo-Dokumentation blickt auf zentrale Kapitel rassistischer Gewalt und fragt, wie alte Bilder und Vorurteile bis heute nachwirken.
ZDFinfo zeigt die Dokumentation „Rasse. Wahn. Verbrechen. – Die Geschichte des Rassismus“ am Samstag, 17. Oktober, um 21:00 Uhr. Der Film fasst sieben Aspekte zum Thema Rassismus zusammen und stellt die Frage, woher der Hass gegen als fremd wahrgenommene Menschen kommt.
Ausgangspunkt ist die Entwicklung einer rassistischen Vorstellung von der Überlegenheit der weißen „Rasse“. Die Dokumentation zeichnet nach, wie sich diese Idee aus einem antisemitischen Pogrom heraus formte und anschließend in Europa sowie in den Kolonien der „Neuen Welt“, Afrikas und Asiens weiterwirkte. Dabei geht es nicht nur um bekannte historische Linien, sondern auch um Kapitel, die weniger präsent sind.
Gewalt, Kolonialismus und Erinnerung
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Jahr 1619, als die „White Lion“ als erstes Sklavenschiff Nordamerika erreichte. Die Sendung beschreibt den transatlantischen Dreieckshandel: Europäer tauschten Waffen, Schnaps und Stoffe gegen versklavte Menschen, die von afrikanischen Königen bei Feinden geraubt wurden. In Amerika mussten schwarze Sklaven Güter wie Zucker, Tabak und Gold produzieren, die ihre Besitzer teuer nach Europa verkauften.
Weitere Abschnitte führen nach Indien und zum Erbe der britischen Krone. Thematisiert werden das Massaker von Amritsar und neuere Rassismusvorwürfe gegen die Royals. Auch Antisemitismus wird als eine Form des Hasses behandelt, die seit mehr als tausend Jahren wirkt. Für Deutschland nennt die Dokumentation den 9. November 1938 als einschneidendes Datum: Die Pogromnacht gilt als Auftakt zum Holocaust. Ebenso blickt sie auf Rostock-Lichtenhagen 1992, als Rechtsextreme das sogenannte Sonnenblumenhaus attackierten und Asylbewerber in Lebensgefahr gerieten.
Zum Schluss geht es um Bilder, Rollen und Stereotype in der Popkultur. Beispiele sind „Vom Winde verweht“ mit Hattie McDaniel, die für ihre Nebenrolle einen Oscar gewann, später aber wegen der Darstellung einer schwarzen Dienstmagd kritisiert wurde, sowie die Besetzung von Halle Bailey als schwarze Meerjungfrau. Die Dokumentation endet bei George Floyds Tod 2020 und den weltweiten „Black Lives Matter“-Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.