Re: Auf der Route der türkischen Gastarbeiter bei Arte
Die Dokumentation begleitet eine Sommerreise zwischen Deutschland und der türkischen Schwarzmeerküste. Dabei geht es um Heimat, Erinnerung und die Mühen der Sıla Yolu.
Die Arte-Dokumentation „Re: Auf der Route der türkischen Gastarbeiter“ blickt auf eine Strecke, die für viele türkische Auswanderer weit mehr ist als eine lange Autofahrt. Arte zeigt die Sendung am Freitag, 9. Oktober, um 19:40 Uhr.
Im Mittelpunkt stehen Hakibar und Adil Yirmibeş aus Düsseldorf. Wie in jedem Sommer machen sie sich mit dem Auto auf den Weg in ihr Heimatdorf an der türkischen Schwarzmeerküste. Die Fahrt führt sie über Österreich und den Balkan bis in die Türkei. Für das Paar ist die Reise auch von Trauer geprägt: Ihr ältester Sohn starb vor drei Jahren und ist im Heimatdorf begraben.
Eine Route mit Geschichte
Jährlich nehmen mehr als 2,5 Millionen türkische Auswanderer diese anstrengende Strecke auf sich. Für viele ist sie die günstigere Art zu reisen, für andere zählt die Verbindung zu Erinnerungen und Herkunft. Die Sıla Yolu entstand in den 1960er-Jahren als Heimreiseroute der Gastarbeiter. Damals waren schlechte Straßen und gefährliche Abschnitte Teil der Fahrt. Heute ist vieles einfacher, doch Herausforderungen bleiben: Staus an Grenzen, Müdigkeit, Pannen sowie mancherorts Diebe und Betrüger gehören weiterhin zu den Risiken.
Einer, der die Probleme der Strecke sehr gut kennt, ist Sezai Koç. Der Deutsch-Türke unterstützt Reisende, weil er in den 1980er-Jahren selbst schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Aus dieser Erfahrung heraus betreibt er das Internetportal Silayolu.com mit Informationen rund um die Reise. Außerdem gründete er Euro Türk Assist, einen Pannendienst mit einem Netzwerk vertrauenswürdiger Werkstätten entlang der Route.
Auch das Bosphorus Hotel in Serbien spielt eine Rolle auf halber Strecke. Wer zu erschöpft zum Weiterfahren ist, kann dort anhalten. Der Familienbetrieb richtet sich gezielt an türkische Auswanderer und lässt seine Köche aus der Türkei einfliegen. Besitzer Fevki Şilik und sein Team haben im Sommer viele Gäste – und beobachten zugleich, wie groß bei vielen der Wunsch ist, möglichst schnell die Grenze zur Türkei zu erreichen.