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Re: Eskalation im Westjordanland auf Arte

Die Arte-Reportage blickt auf Gewalt, Siedlungspolitik und den Alltag palästinensischer Rettungskräfte im Westjordanland.

Die Reportage „Re: Eskalation im Westjordanland“ läuft am Dienstag, 20. Oktober, um 19:40 Uhr auf Arte. Sie zeigt, wie sich der Konflikt im Westjordanland im Alltag von Palästinensern und israelischen Siedlern auswirkt, und nähert sich dem Thema über konkrete Begegnungen vor Ort.

Im Mittelpunkt steht unter anderem Bashar Qaryuti. Der 43-jährige palästinensische Rettungssanitäter erlebt jeden Krankentransport als potenziell gefährlich. Straßensperren führen zu Umwegen, sein Krankenwagen wurde nach den Angaben der Sendung mehrfach von israelischen Siedlern angegriffen. Auch der Tod eines Kollegen bei einem Einsatz gehört zu den Erfahrungen, die die Reportage aufgreift.

Qaryuti dokumentiert Übergriffe und spricht mit Betroffenen von Siedlergewalt. Dazu zählt die Familie Tubasi aus Jalud, die nach wochenlanger Belagerung durch Siedler ihre Häuser verlassen musste. Die Sendung ordnet diese Einzelfälle mit Zahlen der Vereinten Nationen ein: Bis Ende August 2026 wurden mehr als 1.600 Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland registriert, mehr als 2.300 Palästinenser wurden vertrieben.

Alltag zwischen Sperren und Siedlungen

Die Reportage zeigt auch die Sicht radikal-religiöser, nationalistischer Siedler. Ilana und Yehuda Shimon leben in Havat Gilad, einem früher illegalen Außenposten, den die israelische Regierung nach eigenen Angaben 2018 legalisierte. Für sie ist das Westjordanland Teil des biblischen Landes Israel. Seit 2022 wurden laut Sendungsangaben insgesamt mehr als 100 neue Siedlungen oder bereits bestehende Außenposten nachträglich genehmigt oder legalisiert; zudem plant die israelische Regierung weitere Siedlungskomplexe.

Eine weitere Perspektive liefert Nethanel von Boxberg, ein gebürtiger Deutscher in der Siedlung Neve Daniel nahe Jerusalem. Er betrachtet Siedlergewalt vor allem als Notwehr und nimmt beim Einkaufen häufig eine Pistole mit, um sich im Ernstfall verteidigen zu können. Die Reportage macht deutlich, wie unterschiedlich Sicherheit, Zugehörigkeit und Bedrohung im Westjordanland wahrgenommen werden. Eine weitere Ausstrahlung ist am Mittwoch, 21. Oktober, um 11:25 Uhr auf Arte geplant.