Re: Verschwunden im Kosovokrieg – Suche nach Vermissten
Die Arte-Reportage begleitet Angehörige, die Jahrzehnte nach dem Kosovokrieg weiter nach Gewissheit suchen. Im Mittelpunkt stehen Trauer, Erinnerung und forensische Arbeit.
Arte zeigt „Re: Verschwunden im Kosovokrieg“ am Mittwoch, 14. Oktober, um 19:40 Uhr. Die Reportage blickt auf die Folgen des Krieges im Kosovo, der von 1998 bis 1999 zwischen der Befreiungsarmee des Kosovo und jugoslawischen sowie serbischen Sicherheitskräften eskalierte.
Ausgangspunkt ist der Zerfall Jugoslawiens in den 1990er-Jahren und das Streben der mehrheitlich albanischen Bevölkerung im Kosovo nach Unabhängigkeit. Während des Krieges wurden zahlreiche Massaker an albanischen Zivilisten verübt. Um Spuren zu verwischen, wurden Leichen teils weggebracht, verbrannt oder verborgen. Für viele Familien bedeutet das bis heute, dass sie nicht wissen, wo ihre Angehörigen geblieben sind.
Angehörige zwischen Hoffnung und Gewissheit
In Krushë e Vogël wurden mehr als 100 albanische Männer und Jungen von serbischen Streitkräften ermordet. Qazim Shehu verlor neun Familienmitglieder, darunter seinen 16-jährigen Halbbruder Ajvaz. 27 Jahre später kann er ihn endlich beerdigen. Begegnungen mit Augenzeugen helfen ihm, mehr darüber zu erfahren, was seinem Bruder damals widerfahren ist.
Die Reportage zeigt auch Halil und Zyla Ujkani. Das Ehepaar hofft weiterhin, dass seine beiden vermissten Söhne noch leben. Begleitet werden sie von Xhyle Haziri von der NGO „Die Stimme der Eltern“. Sie unterstützt viele Angehörige, nachdem auch ihr eigener Mann im Krieg ermordet wurde. Ihre Arbeit verbindet Trost, Beharrlichkeit gegenüber Institutionen und die Suche nach konkreten Antworten.
Eine wichtige Rolle spielt außerdem der forensische Anthropologe Dr. Ditor Haliti. Im Kosovo hat er bereits Überreste vieler Kriegsopfer gefunden und an Familien übergeben. Die Reportage macht deutlich, dass der Krieg für zahlreiche Menschen erst dann endet, wenn alle Vermissten gefunden sind. Die Unabhängigkeit des Kosovo bleibt auch 2026 politisch präsent; Serbien erkennt sie weiterhin nicht an. Eine weitere Ausstrahlung ist am Donnerstag, 15. Oktober, um 11:25 Uhr bei Arte geplant.