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Das Schmuckstück

Originaltitel: Potiche

Film · 2010

Schnell wird klar, warum der Film im Original „Potiche“ heißt, Porzellanvase. Ein dekoratives Schmuckstück, das den Raum verschönert, ohne wirklich aufzufallen. Genau das ist die elegante Suzanne für ihren untreuen Ehemann, den Regenschirmfabrikanten Robert Pujol. Bis die Arbeiter in den Streik treten und den Firmenchef als Geisel nehmen. Als der kommunistische Bürgermeister Maurice Babin an Pujol appelliert, die Gewerkschaftsforderungen zu akzeptieren, erleidet der cholerische Fabrikant prompt eine Herzattacke. Kurz entschlossen übernimmt Suzanne die Leitung. Sie verspricht, das Unternehmen „freundlich, gerecht und warmherzig“ zu führen. Und beschließt als Erstes, ihre Juwelen auch in der Fabrik zu tragen. Schließlich haben die Arbeiter dafür geschuftet, dann sollen sie auch was davon haben. Sohn Laurent unterstützt sie nach Kräften, Tochter Joëlle ist weniger begeistert. Auch den genesenden Robert irritiert das Treiben seiner Frau, doch die lässt sich nicht mehr so leicht bremsen…. Die Filme von François Ozon („Rückkehr ans Meer“) wirken oftmals unterkühlt und distanziert. Sie irritieren durch Leerstellen und Brüche. Ganz anders „Das Schmuckstück“. Die beschwingte Boulevardkomödie erinnert mit ihrem bonbonfarbenem Retrolook an Ozons größten Erfolg, das kriminalistische Singspiel „8 Frauen“. Mit ironischem Augenzwinkern nimmt Ozon den Zeitgeist — und die Discokultur — der 70er-Jahre aufs Korn. Wenn Depardieu und Deneuve zur Musik von Boney M. die Hüften kreisen lassen, hat sich das ehemalige Schmuckstück endgültig emanzipiert.

Sendetermine

  1. Freitag 30.10. um 14:00 · Arte

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