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Tod auf dem Nil

Originaltitel: Death on the Nile

Film · 2022

Dass Kenneth Branaghs zweite Agatha-Christie-Verfilmung nach „Mord im Orient-Express“ fünf Jahre brauchte, bis sie das Licht der Kinoleinwände erblickte, ist zwei Dingen geschuldet: Zum einen machte Corona der zeitnahen Veröffentlichung einen Strich durch die Rechnung. Zum anderen wurden Vergewaltigungsvorwürfe und Kannibalismusfantasien gegen Hauptdar­steller Armie Hammer („Call Me by Your Name“) laut, die Disney zu einer weiteren Startterminverschiebung zwangen. Hammers Figur Simon Doyle wurde infolgedessen aus den meisten Werbe­materialien gestrichen. Vor diesem Hintergrund wirken seine Szenen mit Gal Gadot und Emma Mackey tatsächlich etwas übergriffig und befremdlich. Aber das ist längst nicht das Kern­problem des Krimis. Nach dem kurzen (und überflüssigen) Prolog, der im Ersten Weltkrieg spielt und erklärt, wie der spätere Detektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh) sein Talent entdeckte und zu seinem markanten Schnäuzer kam, geht es ins Jahr 1937. Auf einer Kreuzfahrt durch Ägypten wird die Heirat zwischen der reichen Linnet (Gal Gadot) und dem Frauenhelden Simon (Armie Hammer) gefeiert. Als Linnet tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf Simons Ex-Verlobte Jacqueline de Bellefort (Emma Mackey), die sich auf den Luxusdampfer eingeschlichen hat. Doch die präsentiert ein wasserdichtes Alibi. Wer könnte es auf die schöne Linnet abgesehen haben? Und weshalb? Poirots Spürsinn wird auf die Probe gestellt. Wie unterhaltsam und kurzweilig eine Tätersuche sein kann, hat zuletzt Rian Johnsons Ensemblestück „Knives Out“ (2019) eindrucksvoll bewiesen. Branaghs Romanadaption wirkt dagegen angestaubt. Bevor der aufzuklärende Mord überhaupt stattfindet, vergeht eine ganze Stunde. Dank des stimmungsvollen Setdesigns und der schönen Menschen liefert die schwüle Bootsfahrt aber tolle Schauwerte.

Sendetermine

  1. Läuft in den nächsten Tagen nicht.

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